Eilftes Kapitel. Stellung Muri’s zu seinen Unterthanen und den Landesherren.

Wegen der niedern Gerichtsbarkeit, die Muri besass, musste es oft Urkunden ausstellen und das Siegel gebrauchen. Daher mag es hier am Platze sein, von diesem Siegel und dessen Wandlungen zu sprechen. Anfänglich hatten Abt und Konvent dasselbe Siegel. Abt Walther II. führte in der Mitte des XIII. Jahrhunderts in seinem Siegel einen stehenden Mönch (II-131) (St. Benedikt) mit Stab und Buch in den Händen und der Umschrift: „S. WALTERI, ABBATIS DE MVRE.“ Im 14. Jahrhunderte hatten Abt und Konvent verschiedene Siegel; das des Abtes zeigt das alte Siegelbild und seinen Namen, der Konvent wählte als Siegelbild den hl. Bischof Martinus, Klosterpatron; es trug die Umschrift: „S. CONVENTUS MON. IN MVRE.“ In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts liess der Abt zu den Füssen des hl. Benedikt auch sein Wappen anbringen. Schon Abt Herrmann Hirzel (1465- 1480) liess eine silberne Kapsel, um sie als einen dem Konvente Muri zuständigen Gegenstand zu bezeichnen, mit einer goldenen Sehlunge auf blauem Felde versehen,1 und Abt Johann Feierabend ist der erste, welcher für das Kloster Muri die weisse Zinnenmauer und sein Familienwappen (ein schwarzes Dreieck mit einem Kreuze darüber auf goldenem Felde) auf zwei getrennten unter einer Inful stehenden Wappenschilden auf Glasscheiben u. s. w. (1508) zu machen befahl.2 Die Zinnenmauer war anfänglich auf schwarzem Felde, jedoch schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (? von Abt Hieronymus I.) wurde das rothe gewählt; allein bei Urkunden brauchten die Aebte und der Konvent noch immer die üblichen alten Siegel. Erst unter Hieronymus I. Frei (1564-1585) bildeten sich das Kloster- (weisse Mauer und rothes Feld) und das Konventsiegel bestimmter aus. Abt Johann Jodok Singeisen vereinigte dann bald nach seiner Wahl (1596) sein Familienwappen (drei goldene Sterne auf blauem Felde) mit den zwei neuen Wappen zu einem Muri-Wappenschild.3 Als Abt Placidus Zurlauben 1701 Fürst des deutschen Reiches wurde, so fügte er dem grossen Muri-Wappen die zwei habsburgischen Löwen und das herzoglichösterreichische Wappen bei. Der Prior (seit 1701 Dekan) bekam zwei besondere Siegelstöcke, einen für das Kloster- und den andern für das Konventwappen. Der Abt gab den gewöhnlichen Urkunden nur sein kleines „Sekretinsiegel“ bei. Beide Siegel, das des Abtes und Klosters, kamen in Anwendung, wenn das Kapitel bei einer wichtigen Handlung, wie bei Käufen und Verkäufen, Wahl der Amtmänner von Sursee u. s. w., mitwirkten4 oder wenn Abt und Konvent als Herren der niedern Gerichtsbarkeit handelten.

Die VII regierenden Orte hatten auf einer Versammlung zu Muri 1596 unserem Gotteshause den Stab des niederen Gerichtes für die Aemter Muri, Boswil und Bünzen feierlich (II-132) wieder zuerkannt. Sie regelten 1637 die Stellung Muri’s zu den Unterthanen und zu den Schutz- und Schirmherren. Die Verhandlungen zwischen dem Kloster (Abt und Konvente) und den Landesherren5 geschahen vom 17. bis 20. Jänner und führten zu folgenden verbrieften Rechten: 1. die Maien- und Herbstgedinge sollen nach alter Gewohnheit öfters als bisher gehalten werden;6 2. für jedes Mannlehen solle das Gotteshaus dem Landvogte einen besondern „Träger“ bestimmen; 3. in Betreff des Wildbannes bleibt das Kloster bei seinen alten Rechten; 4. das Gotteshaus darf von seinen eigenen Hölzern und Frohnwäldern, wenn sie urbar gemacht werden, den sogenannten „Rütizins“ ziehen; 5. die Auffälle (Ausstellung der Gantbriefe) gehören in die niedere Gerichtsbarkeit des Gotteshauses; dessen Schreiber zeichne alle Schulden und Gegenschulden auf und lasse den gewöhnlichen Kirchenruf ergehen; sind der Schulden mehr als Hab und Gut, so handelt der Landvogt; 6. die Mannschaft (Miliz) gehört der hohen Gerichtsbarkeit; das Gotteshaus besorgt daher die erforderlichen Geburtsscheine; für die Aemter Muri, Boswil und Bünzen darf selbe der Gotteshausschreiber dem Landvogte ausstellen; 7. Muri bleibt im Uebrigen bei seinen alten Rechten und Schirmbriefen geschützt. Diese friedlich vereinbarte Rechtsstellung blieb als Norm bis 1798. Der Stand Nidwalden bestätigte sie am 10. September 1652 noch insbesondere.7

Eine ähnliche Rechtsbestimmung, wodurch die Verhältnisse zwischen Unterthanen und der Landesregierung geregelt wurden, und Reformation hiess, fand im gleichen Jahre 1637 im ganzen Freiamte statt.8 Darin ist zunächst das Einzugsrecht in die gehörigen Schranken gewiesen. Der Brief, den das Amt Muri wegen des Abzuggeldes hatte, blieb bei seinen Kräften; der von Boswil wurde aber annullirt, Die Errichtung neuer Gewerbe (Müller, Wirthschaften u. s. w.) bewilligte künftig der Landvogt. Die niederen Gerichte blieben bei ihren Briefen. Ueber die drei „unterschiedlichen“ Gerichte in Hermetschwil, welche der Untervogt des Gotteshauses Muri und der Ammann von Hermetschwil vollführen, soll der Landvogt (II-133) später ein Gutachten abgeben.9 Das Siegelrecht bleibt dem Abte von Muri in seinen Zwingen unbestritten, und dieser erscheint daher in den vom niederen Gerichte ausgestellten Urkunden als Oberrichter und besiegelt das Urtheil.10 Die Abzugsgefälle überliess (1652) Muri den Zwingen Boswil und Bünzen aus Güte und sorgte für deren Verbriefung (1669).11 Bei den Kirchenrechnungen soll künftig neben den Collatoren und Anderen auch der Schreiber des Landvogtes erscheinen, damit die Obrigkeit, die häufig während des Jahres um Hilfe angegangen wird, Einsicht darin habe.12

Wer auf ein Lehen zog, musste dem Landvogt ein Schirmgeld von 10 Pfd. zahlen. Diese alte Uebung wird die Tagherren der VII regierenden Orte auf den Gedanken geführt haben, von Muri und den übrigen Klöstern in den Vogteien ein „Recognitions“- oder Schirmgeld zu fordern. Die nähere Veranlassung hiezu war, dass Abt Johann Jodok (1615 und 1616) sich weigerte, den Tagherren in Baden über die Klöster Muri und Hermetschwil Rechnung abzulegen. Nach Einsicht der vorgelegten Briefe erliessen sie dem Abte zwar unter gewissen Bedingungen die Rechnungsablegung; allein sie verlangten vom Kloster ein Schirmgeld von 42 ½ Kronen, weil die Mühen für die Gotteshäuser stets grösser werden.13 Abt Johann Jodok bat endlich (1627), da er zu dessen Zahlung wiederholt gemahnt wurde, die Tagherren möchten laut Schirmbriefen nach dem Beispiele ihrer Altvordern den Schutz zur Ehre Gottes und des hl. Martin umsonst leisten. Abt Dominik übersandte (1644) den Tagherren auf ihre Gratulation zum Prälatursantritte eine Ehrengabe (don gratuit). Die Aebte Bonaventura und Aegid sahen voraus, das unter dem Namen „freiwillige Gabe“ verabreichte Geld werde durch Uebung endlich Gesetzeskraft erlangen und verweigerten daher auch die Zahlung desselben; doch vergebens. Abt Hieronymus II. machte 1674 noch die letzte Anstrengung, diese Anforderung als unrechtlich darzustellen, was gerade den Stand Luzern gegen ihn eingenommen und den Nottwiler-Handel ihm erschwert haben mag. Beim Regierungsantritte des Abtes Placidus Zurlauben (1684) erklärten (II-134) die Tagherren die Zahlung des Schutzgeldes laut Uebung für „selbstverständlich.“14

Der Wechsel der Dinge verlangte eine öftere sog. „Güterbereinigung“, d. h. ein genaues Verzeichniss der Güterbesitzer und Lebensträger für die Grundherren. Solche Bereinigungen waren mit vielen Mühen und Unkosten verbunden. Hundert Jahre lang hatte die letzte bereits ihre Dienste gethan, als die Landesherren 1661 für die Freiämter eine neue anbefahlen. Als die Tagherren 1666 festsetzten, dass die Urbarien zu je 30 Jahren bereinigt werden sollten, so beschwerten sich Muri und Einsiedeln dagegen.15 Die Verordnung erhielt sodann eine mildere Form: „Kein Kloster solle schuldig sein, bereinigen zu lassen, als wenn es nothwendig ist; die Bereinigungskosten trägt der, welcher Ursache der Unrichtigkeiten war.“ Das Bereinigungsrecht wollten die VII Orte für sich allein in Anspruch nehmen, was Muri mit Erfolg bestritt.16

Im Jahre 1684 bestritten die VII Orte das Recht, dass die Dienstboten der Gotteshäuser Muri und Hermetschwil nur dem Abte oder der Abtissin zu schwören schuldig seien. Auch da behaupteten diese Klöster ihr altes Herkommen.17

Die Klagen des Landschreibers der Freiämter (1682), als hätte die niedere Gerichtsbarkeit von Muri in die höhere hinübergegriffen, fanden eine friedliche Lösung. Ebenso anerkannten die Tagherren für Muri das Recht, in hochobrigkeitliehen Händeln das Verhör und die Kundschaft aufnehmen zu dürfen.18

In den vielen Kriegsgefahren dieser Zeit19 erwies sich Muri willfährig in Verabfolgung des gewünschten Getreides an die Mehrheit der katholischen Landsherren,20 ohne den protestantischen Orten dadurch Anlass zu gegründeten Klagen zu geben.21 Wohl wurde Muri zweimal verdächtiget. Einmal (II-135) 1639, da Abt Johann Jodok als Landesverräther hingestellt wurde,22 und ein anderes Mal brachte der Landvogt von Wattenwil in Lenzburg gegen Muri vor, als hätte Jakob Kolliker, Amtmann des Klosters in Thalwil, sich aus Liebe zu seinem Grundherrn in Muri treulos gegen seine Regierung gezeigt. Jakob wurde desshalb vom Stande Zürich zur Verantwortung gezogen. Dieser behauptete aber vor seinen Herren: er sei letzte Zeit gar nicht in Muri gewesen und ihm stehe „das Vaterland viel höher als sein Amt und der Herr (Abt) von Muri.“23

Die Abgeordneten beider Confessionen fanden in Muri und Hermetschwil stets eine gastfreundliche Aufnahme;24 erst seit 1664 bezog das Kloster vom Landvogte wegen des Fastnachtsmahles 1 Gl. 20 Schill.25

Oefters äusserten einzelne Regierungen eine besondere Zuneigung zum Kloster Muri, was dann der Abt nicht selten, mit Geschenken erwiederte.26 Tauchten Missverständnisse zwischen Muri und den verschiedenen eidgenössischen Ständen auf, so beflissen sich Abt und Konvent, selbe sobald als möglich beizulegen, ohne ihre Rechte aufzugeben. Dasselbe sahen wir oben beim Nottwiler-Handel. Gleichen Ernst, verbunden mit Liebe zum Frieden, bewies Muri im Jahre 1650 dem Stande Zürich gegenüber. Es betraf das Abzugsgeld von der Hinterlassenschaft des verstorbenen Pfarrers Dr. Förter in Lunkhofen, welches der Zürcherlandvogt in Knonau beanspruchte. Abt Dominik richtete ein ernstes Schreiben an ihn. „Mir ist mit Verwunderung, doch glaubwürdig fürkommen, schreibt er, dass der Landvogt von der meines gewesenen Vikars zu Lunkhofen, Förters sel. Verlassenschaft den Abzug zu beziehen fordern, welche Prätension bei angedeuteter Pfarrei unerhört. Daher soll ich nicht unterlassen, dem Herrn „freundwohlmeinend“ zu vernehmen zu geben, dass die Pfarrkirche und Pfarrpfründe zu Lunkhofen meinem Gotteshause gänzlich inkorporirt ist, dergestalt, dass ich das Einkommen der Pfarrpfründe zu meines Gotteshauses Nothdurft gebrauchen und anwenden (den Unterhalt des Leutpriesters (II-136) ausgenommen) und nach meinem Belieben darüber disponiren kann, so dass die Blutsverwandten des Herrn Förters keine Erbsgerechtigkeit zu prätendiren, sondern Alles ex gratia und freiwilliger Schenkung von mir zu geniessen haben. Meine Meinung geht nicht dahin, Jemanden an dem, was billig und üblich ist, zu verhindern; ich will aber auch keine Neuerungen einführen.“ – Der Landvogt erschien bald nach Empfang dieses Schreibens in Muri und verständigte sich in kurzer Zeit mit dem Abte.27

Den gleichen Streit griff Zürich bei der nächsten Jahresrechnung in Baden wieder auf und stellte den Antrag, künftig solle beim Absterben der Geistlichen von ihrer Hinterlassenschaft, wenn solche an weltliche Erben kommt, der Abzug wie von andern weltlichen Gütern gefordert werden. Abt Dominik wurde vom Dekan des Ruralkapitels Mellingen, Jakob Letter,28 im Namen der Priesterschaft hievon benachrichtigt. Er schrieb demnach am 2. September an den Bürgermeister und Rath nach Zürich und bat, man wolle diesen Beschluss fallen lassen, weil erweislich sei, dass solche Abzüge von geistlichen Gütern in den Freiämtern in keiner Art jemals gefordert wurden.29

Die alten Maien- und Herbstgerichte in Thalwil hielt Muri wie in Boswil und Bünzen. Aehnlich wie die Offnungen in Boswil bestätigte Zürich auch dieselben für Thalwil nebst dem dortigen Gerichte.30 Im Jahre 1618 verlangte Zürich bei einer solchen Bestätigung vom Prälaten in Muri Aufschluss über die Ausdrücke „Eigenmann“ und „Eigengut.“ Abt Johann Jodok erklärte, dass unter diesen Ausdrücken keine Leibeigenschaft verstanden sei, „da diese das Gotteshaus Muri weder früher gehabt, noch gegenwärtig habe.“31

(II-137) Uebrigens leistete Zürich den unserem Kloster verheissenen Schirm in diesen Zeiten stets mit guten Treuen.32

Zwistigkeiten welche Muri mit weltlichen Behörden, Gemeinden und Privaten wegen Gütergerechtigkeiten, Zinsen, Zehenten, Marchen etc. hatte, sind weder zahlreich noch von grosser Tragweite; daher ist es überflüssig in das Einzelne hierüber einzugehen.33


  1. P. Aug. Stöcklin, Miscell., p, 175.

  2. Daselbst.

  3. Oft brauchte er nur sein Familienwappen.

  4. Arch. Muri in Aarau; Acta Cap.

  5. Vom Konvente waren anwesend: P. Benedikt Lang, Prior; P. Adalbert Bridler, Küchenmeister, und P. Dominik Tschudi; von den Ständen waren nur Zürich, Luzern, Schwyz und Zug vertreten.

  6. Wer Land von 7 Schuhen Länge und 7 Schuhen Breite besass, war dem Abte zinspflichtig, gehörte in den Zwing oder das Amt und musste bei den Gedingen erscheinen.

  7. Arch. Muri in Aarau C, 4. P. 8.

  8. Arch. Muri in Gries A. V. VI, 14.

  9. Muri Handschriften in Gries.

  10. Vgl. Gemeindearchiv Boswil und Bünzen.

  11. Arch. Muri in Aarau N. 3. I, 2.

  12. Bei den Zwing- und Kirchenrechnungen zu Boswil, Bünzen, Beinwil, Sursee, Villmergen etc., wie auch bei den Amtsrechnungen in Bremgarten, Sursee und Thalwil war je ein Kapitular vom Konvente gegenwärtig (Diarium des Abtes Fridolin I., Arch. Muri in Aarau).

  13. Den übrigen Klöstern wurde die Taxe dieses Schirmgeldes gleichfalls zugeschickt (Arch. Muri in Aarau C, 4. K, 2-6; L, 1. G, 1).

  14. Arch. Muri in Aarau C, 4. L, g, 2.

  15. Vgl. Urbar-Bücher, welche die Namen zehentpflichtiger Höfe und Güter enthalten (Staatsarchive Luzern und Aarau).

  16. Arch. Muri in Aarau C, 4. O, 1-7. Die Regierung von Luzern besprach sich hierüber auch mit den Grundherren und ertheilte hiezu (1602 und 1681) die Erlaubniss (Staatsarch. Luzern).

  17. Arch. Muri in Aarau C, 4. R.

  18. Arch. Muri in Aarau C, 4. S, 1-6.

  19. Gachnanger-Handel (1610-1612), Veltliner-Krieg (1620-1637), Belagerung von Constanz durch die Schweden (1633), Bauernkrieg (1653), Religionskrieg (1656), Wingoldiner-Handel (1644), Glarner-Handel wegen der Kapuziner in Näfels (1675-1683).

  20. Rathsprotokolle Obwalden u. a. O.

  21. Vgl. die Annales zu den betreffenden Jahren.

  22. S. oben, S. 8-9.

  23. Staatsarch. Zürich, Kloster Muri-Akten.

  24. Die Regierung von Obwalden dankte am 10. Juli 1627, dass ihr Landvogt freundlich empfangen und gastirt wurde (Staatsarchiv Obwalden); 1633 bewirthete Muri gastfreundlich den Landvogt Schneeberger von Zürich mit 200 Reitern (Annales, p. 640, 641) u. s. w.

  25. Muri-Hdschr. in Gries.

  26. So erhielt Obwalden 1658 einige Mütt Kernen (Staatsarch. Obwalden, Staatsprot. XVI., 494); an die Glocken von Schwyz steuerte Muri 1663 als „Glockengötti“ Namhaftes (Arch. Muri in Aarau).

  27. Staatsarch. Zürich, Muri-Akten.

  28. Pfarrverweser in Wohlen.

  29. Staatsarchiv Zürich, Kloster Muri-Akten. – Abt Johann Jodok hatte 1632 einen ähnlichen Streit. Zürich nahm Muri-Güter in Beschlag, weil der Abt 250 Gl. vom St. Blasi-Hof „Stampfibach“ zu beziehen hatte. Johann Jodok ersucht die Regierung, den Sequester aufzuheben: 1. weil solcher gewöhnlich nur auf Weine und Früchte gelegt werde; 2. braucht Muri dieses Geld für den Bau eines Lehenhauses in Mailen und 3. sei Muri mit Zürich „verburgert“ (Staatsarch. Zürich).

  30. Solche Beatätigungen erfolgten 1618, 1627, 1635, 1651, 1661 (Arch. Muri in Gries B. I, 1.).

  31. Arch. Muri in Gries. – Diese sonderbare Frage wird nicht auffallen, wenn man bedenkt, dass die Protestanten damals die Katholiken in tiefster Sclaverei schmachtend wähnten, und daher hinter jedem Worte die Leibeigenschaft im grellsten Sinne bei ihnen zu sehen glaubten.

  32. Staatsarch. Zürich, vgl. die Jahre 1658 und 1667.

  33. Vgl. Staatsarchive von Luzern, Aarau, Zürich etc.